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AdSense Optimierung nach Panda


Seit dem ersten Panda Update, welches am 24.02.2011 für US und am 12.08.2011 für DE ausgerollt wurde, hat sich viel verändert im Zusammenhang mit SEO und AdSense. Galt früher die Devise je mehr AdSense-Blöcke und je prominenter eingebunden, desto größer die Einnahmen.

In der Post-Panda-Ära kommen aber Faktoren wie Bounce-Rate, Verweildauer und Seiten/Besuch ins Spiel. Es geht darum entweder das Informationsbedürfnis des Users zu befriedigen (keine neue Google-Suche wird gestartet) oder die Seite so interessant zu gestalten, dass der User möglichst lange auf der Seite bleibt, bevor er etwas anderes macht, was Google tracken kann. Und Google kann nicht nur mit der klassischen Suchmaschine sehen, ob eine Seite schlechte Usersignale sendet, sondern auch mit vielen anderen Produkten wie Chrome, Toolbar und natürlich AdSense und dem gesamten Werbenetzwerk selbst.

Ein Teufelskreis?

Google AdSense Heatmap

Prominente Platzierung von AdSense – Above the Fold – und viele Blöcke bedeutet höhere Einnahmen, gleichzeitig werden aber schlechte Usersignale an Google gesendet (User kommt über Google rein, klickt nach 10 Sek. auf einen prominenten AdSense-Banner und ist wieder weg)
Weniger Prominente Platzierung und nur ein Block bedeuten geringere Einnahmen, gleichzeitig kann man aber die Bounce-Rate verringern, die User länger auf der Seite halten und so dem Panda entkommen

Was ist nun die beste Strategie?

Dies hängt davon ab, ob man bereits von Panda betroffen ist oder nicht. Ist man betroffen und sieht man eine reelle Chance wieder herauszukommen, sollte man die Anzahl, das Format und die Einbindung der Werbeblöcke kritisch prüfen. Empfehlenswert ist nur ein einziger Anzeigenblock der dann unter den Content (z.B. am Ende des Artikels platziert ist). Dies verringert zwar zunächst die Einnahmen, bietet aber die Chance aus Panda zu entkommen und im Anschluss deutliche höhere Einnahmen zu generieren.

Viele Websites sind an der Schwelle zu Panda, d.h. bereits leichte Verbesserungen bei den Usersignalen können schon dafür sorgen, dass man sich beim nächsten Update verbessert. Als Format empfehle ich 336×280 oder 300×250, da hiermit in den meisten Fällen höhere Einnahmen generiert werden können wie beispielsweise bei 160×600. Dies liegt vor allem daran, dass viele Werbende Rich-Media-Anzeigen in bevorzugten Formaten einstellen und ein Video lässt sich nun mal besser im Format 336×280 als 160×600 ansehen. Außerdem sind diese Blöcke gut in den Content integrierbar, während 160×600 eher etwas für die Sidebar ist und damit vom User deutlicher als Werbung wahrgenommen wird.

Google AdSense

Anders schaut die Situation aus, wenn man von Panda betroffen ist und keine Chance sieht rauszukommen (z.B. Konkurrenten haben viel bessere und aktuellere Inhalte, eigentlich ist man kein Experte auf dem Thema). In diesem Fall ist es oft sogar ratsam sehr agressiv AdSense above-the-fold einzubinden und das Augenmerk auf eine maximale Klickrate zu richten. Nach dem Motto: Wenn ich sowieso nicht rauskomme, kann ich den bestehenden Traffic maximal ausnutzen. Erfahrungsgemäß geht es trotz der agressiven Einbindung nicht weiter runter mit dem Traffic, d.h. Google führt trotz Panda der Website ein Mindestmaß an Traffic zu. Diese Vorgehensweise kann dann dazu führen dass eine Website mit 100 Besuchern am Tag aufgrund der viel besseren Klickrate mehr AdSense-Einnahmen generiert als eine Website mit 3000 Besuchern.

Widerspruch AdSense-Empfehlungen vs. Panda

Jeder der sich mit AdSense beschäftigt kennt die regelmäßigen Optimierungsempfehlungen vom Google AdSense-Team. Neben den üblichen Format-Empfehlungen geht es meistens darum noch mehr AdSense-Blöcke einzubinden („Sie verpassen 631 Möglichkeiten, mehr zu verdienen“) und diese noch prominenter, wie auch in diesem Video zu sehen:

Problem an der Sache: Das AdSense-Team interessiert sich nicht für mögliche Panda-Folgen. Das Team hat eigene Ziele (kurzfristig Einnahmen zu erhöhen) und es findet höchstwahrscheinlich kein Austausch mit anderen Google-Teams wie Search Quality statt. Befolgt man die Anweisungen ohne nachzudenken, kann dies zwar kurzfristig die Einnahmen erhöhen, ggf. läuft man aber dem Panda ins Messer und hat hinterher weniger Einnahmen wie vorher. Die Empfehlungen sollte man also nur dann umsetzen, wenn man sich sicher ist, dass die Website so gute Usersignale im Vergleich zu den Mitbewerbern hat, dass der Panda selbst bei etwas schlechteren Signalen nicht zuschlägt. Google stellt aber auch sehr nützliche Tools zur Verfügung wie z.B. den Above the Fold Check – mit diesem Tool kann man nach Eingaber einer URL sehen, was ohne Scrollen überhaupt sichtbar ist.

Raus aus Panda durch Entfernen von AdSense?

Das Problem ist m.E. nicht AdSense selbst, sondern die Tatsache dass eine prominentere Einbindung automatisch die Verweildauer verringern kann bzw. über Umwege die Bounce-Rate zurück zu den Suchergebnissen erhöhen kann. Hier hilft also nur Testen. Nimmt man AdSense (und ggf. andere Werbung) raus und verbessern sich die User-KPIs nicht deutlich, wird dies nicht ausreichen, um aus Panda rauszukommen. Man sollte sich dann grundsätzlich überlegen wie man die User-Experience verbessern kann (ggf. komplett neues Design, neue Struktur, neue Inhalte) und ob man wirklich die beste Website zum Thema hat oder ob es vielleicht noch 100 andere gibt, die eigentlich in allen Bereichen deutlich besser sind.


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